Wurzelbehandlungen mit Mikroskop

Was versteht man unter einer endodontologischen Behandlung (Wurzelbehandlung)?

Aus dem Griechischen kommend, bedeutet das Wort „Endo“ – „das Innere“ und „odont“ – „Zahn“. Die endodontologische Behandlung, auf Deutsch Wurzelbehandlung genannt, ist somit die Behandlung des Inneren des Zahnes. Im Inneren des Zahnes befindet sich das Zahnmark (die Pulpa), ein Gewebe, das Nerven, Blutgefäße und Bindegewebe enthält. Dieses tritt an den Wurzelspitzen in den Zahn ein und versorgt den Zahn mit den notwendigen Stoffen zum Leben (Abb. 1: Zahnaufbau).

Eine Wurzelbehandlung wird immer dann nötig, wenn dieses weiche innere Gewebe des Zahnes entzündet oder infiziert ist (Abb. 2: Entzündeter Zahn mit Abszess). Das kann als Folge einer tiefen Karies, wiederholter Behandlungen des Zahnes oder auch durch zu starke Belastungen des Zahnes geschehen. Während der endodontologische Behandlung werden die geschädigte Pulpa und alle Bakterien entfernt und das Wurzelkanalsystem säuberst gereinigt, desinfiziert und gegen eine neue Bakterienbesiedelung dicht gefüllt.

Die Wurzelbehandlung ist eine der am häufigsten durchgeführten zahnärztlichen Behandlungen. Über siebenhunderttausend Zähne werden pro Jahr in der Schweiz wurzelbehandelt. Dabei treten auch immer wieder Fälle auf, die unter gewöhnlichen Bedingungen nur unzureichend behandelt werden können. Solche Zähne können dann nur von einem Spezialisten für Endodontologie wie ich es bin, behandelt werden.

Diese Wurzelbehandlung bei uns Spezialisten bietet Ihnen die Chance, Ihren eigenen Zahn dauerhaft zu erhalten, auch wenn Ihr eigener Zahnarzt diesen schon aufgeben würde. So muss er nicht entfernt und durch ein künstliches Implantat oder eine Brücke oder im schlimmsten Fall durch eine Prothese ersetzt werden.

Die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung sind unter unseren Behandlungsbedingungen, sehr gut und haben sogar eine deutlich besser Langfrist-Prognose als ein Zahnersatz wie ein Implantat oder eine Brücke

Vor der Behandlung

Eine Behandlung bei uns als eine auf Endodontologie spezialisierte Praxis gleicht den meisten anderen längeren zahnärztlichen Behandlungen. Sie dauert meist etwa eineinhalb Stunden, ist aber völlig schmerzfrei. Da nach der Behandlung die Anästhesie noch wirkt, dürfen Sie etwa 3 Stunden nichts essen. Wir empfehlen Ihnen daher, vor der Behandlung grosszügig zu frühstücken oder Mittag zu essen.

Regelmäßig eingenommene Medikamente, sollten Sie auch am Behandlungstag einnehmen. Führen Sie diese aber auf unserem Anamnesebogen unbedingt an.

Wenn Ihr Arzt oder Zahnarzt Ihnen geraten hat, vor einem zahnärztlichen Eingriff eine Endokarditis Prophylaxe durch die Einnahme von Antibiotika durchzuführen, dann informieren Sie uns bitte mindestens einen Tag vor Ihrem Termin bei uns.

Nach der Behandlung

Solange die Spritze wirkt (Taubheitsgefühl), dürfen Sie nichts essen und nichts Heisses trinken, weil Sie sich dabei in die Schleimhaut (Zunge/Wangen/Lippen) beissen oder sich verbrennen könnten, ohne es zu merken. Sie können aber problemlos z.B. kühles Leitungswasser trinken.

Nach der OP ist die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt, da die Reaktionsfähigkeit vermindert ist. Diese Einschränkung ist jedoch nicht sehr ausgeprägt, sodass Sie trotzdem -aber bitte sehr vorsichtig und auf eigenes Risiko – selbst fahren dürfen.

Gegen selten auftretende Schmerzen können Sie bei Bedarf das von uns verschriebene Schmerzmittel einnehmen. Nach wenigen Stunden sollten die Schmerzen aber bereits deutlich abgeklungen sein.

Es kann aber auch sein, dass Sie den Zahn noch 2-3 Tage spüren werden. Gelegentlich kann es dann notwendig sein, ein leichtes Schmerzmittel für ein paar Tage einzunehmen. Sollten Sie aber nach 3 Tagen immer noch Beschwerden haben oder die leichten Schmerzmittel keine ausreichende Linderung erzielen, dann rufen Sie uns bitte an.

Damit Ihr Zahn dauerhaft geschützt ist, sollte eine Stabilisierung durch Ihren Zahnarzt erfolgen. Ihr Zahnarzt erhält von uns einen ausführlichen Behandlungsbericht, so dass er alle weiteren notwendigen Schritte einleiten kann.

Ein halbes Jahr nach Ihrer Behandlung werden wir Ihren Zahnarzt bitten, ein neues Röntgen Ihres Zahnes zu erstellen, um den Entfolg unserer Behandlung zu überprüfen.

Behandlungsspektrum

Erstbehandlung

Die erstmalige Wurzelbehandlung wird in der Regel in einer Behandlungssitzung durchgeführt. Sie umfasst folgende Schritte:

Damit die Behandlung für Sie beschwerdefrei ist, wird der Zahn örtlich betäubt. Im Anschluss wird über ihn ein kleines elastisches Gummituch angebracht (Kofferdam), um den Zahn während der Behandlung frei von Speichel und Bakterien zu halten. Anschliessend wird eine bestehende Füllung entfernt und die Pulpakammer eröffnet. Besteht eine Krone wird diese in der Kaufläche geöffnet und ein Zugang zur Pulpakammer zugänglich gemacht. Danach wird das Wurzelkanalsystem mit feinsten Instrumenten gesäubert, desinfiziert und ausgeformt (Abb. 3.: Reinigung). Nachdem der entstandene Hohlraum und die infizierte Zahnhartsubstanz gereinigt und desinfiziert wurden (Abb. 4: Desinfektion), werden die Wurzelkanäle mit einem plastisch-versiegelnden Material gefüllt. Abschließend wird der Zugang zum Wurzelkanalsystem mit einer dichten Füllung verschlossen und die Zahnkrone wieder aufgebaut (Abb. 5: Füllung).