Kieferorthopädie
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Kieferorthopädie

Kieferorthopädie ist ein Teilbereich der Zahnmedizin. Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Viele Menschen haben von Natur aus eine perfekte Zahn- und Kieferstellung, andere benötigen eine Zahnspange. Manche Fehlstellungen sind durch falsches Verhalten (z.B. Daumenlutschen, Nuckeln am Schnuller oder Flasche, mangelnde Mundhygiene) verursacht, andere genetisch bedingt.

Eine korrekte Zahn- und Kieferstellung erleichtert nicht nur die Zahnpflege, sondern ist auch Basis für gesunde Zähne und einen gesunden Körper.

Zahn- und Kieferfehlstellungen

Viele Fehlstellungen werden als ästhetische Beeinträchtigung empfunden. Zahn- und Kieferfehlstellungen, wie Zahnlücken, Platzmangel der Zähne, Verlagerung der Kiefer (Überbiss, Kreuzbiss, Vorbiss, Tiefbiss) oder vorstehende Zähne, können aber auch die Kau- und Sprachfunktion stören und sich so langfristig negativ auf die Gesundheit und Lebensqualität das Kindes auswirken. In manchen Fällen führen ausgeprägte Zahn- und Kieferfehlstellungen auch zu Zahn-, Kiefer- und Kiefergelenkschmerzen oder sogar zu Kopfschmerzen und Migräne. Oft führen Fehlstellungen in Kombination mit Mundatmung zu einer schlechten Entwicklung das Nasen-/Rachenraumes und damit später zum Schnarchen und Atemaussetzern während der Nacht.

Fehlstellungen lassen sich in jedem Alter korrigieren. In der Regel empfehlen wir eine kieferorthopädische Behandlung zwischen dem 8. und 14. Lebensjahr. Bei speziellen Fehlstellungen wie der Entwicklung eines verkehrten Vorbisses (der Unterkiefer steht vor dem Oberkiefer)jedoch bereits früher.

Behandlungsmöglichkeiten

Gängige Behandlungsmethoden sind herausnehmbare oder festsitzende Zahnspangen, die Fehlstellungen wieder ausgleichen.

Die abnehmbare Kieferorthopädie eignet sich vor allem für kleinere Korrekturen und für die Steuerung des Wachstumes. Die modernste Art abnehmbar kieferorthopädisch zu behandeln ist die Aligner-Technik. Bei dieser werden durchsichtige Schienen angefertigt, die alle 2 bis 3 Wochen in der richtigen Reihenfolge ausgetauscht werden müssen. So können einzelne Stellungskorrekturen beinahe unsichtbar auch im Erwachsenenalter durchgeführt werden. Eine solche Behandlung dauert normalerweise zwischen ein paar Wochen bis zu zwei Jahren.

Bei der festsitzenden Therapie werden kleine Keramik- oder Metallkörper auf die Zähne geklebt und diese mit Drähten verbunden. Durch eine genau dosierte Spannung in den Drähten bewegen sich dann die Zähne langsam an die richtige Position im Mund. Eine solche Behandlung dauert normalerweise etwa zwei bis drei Jahre.

Eine moderne Technik ist die Behandlung auf der Basis von Mini-Implantaten. Diese werden im Gaumen oder im Kiefer verankert und geben damit eine gute Verankerung für die Kräfte, die über die Drähte auf die Zähne oder die Kiefer wirken müssen.

Welche Art der Behandlung für Sie am besten geeignet ist, hängt von Faktoren, wie der Schwere der Fehlstellung, dem Alter, der Ursache der Fehlstellung und der Mitarbeit während der Behandlung ab. 

Aligner sind durchsichtige, unauffällige Kunststoffschienen, die Zahnfehlstellungen korrigieren. Sie sind komfortabel zu tragen, da sie keine Metalldrähte oder -brackets besitzen.

Die Aligner werden individuell an Ihr Gebiss angepasst und sollten ca. 22 Stunden am Tag getragen werden. Sie müssen etwa alle 2-3 Wochen ausgetauscht werden. Durch den leichten Druck bewegen sich die Zähne in kontrollierten Schritten in die gewünschte Endposition. Die Behandlungsdauer hängt vom Schweregrad der Fehlstellung ab. Die optimale Dauer liegt zwischen 9 und 18 Monaten.

Aligner sind vor allem bei Erwachsenen beliebt, können aber auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Mit einer kurzen Untersuchung können wir feststellen, ob diese Methode für Sie in Frage kommt.

Vorteile:

  • Angenehmes Tragegefühl und optisch kaum sichtbar
  • Einfache Reinigung 

 

Nachteile:

  • Nur für leichte bis mittelschwere Zahnfehlstellungen geeignet
  • Zu Beginn sind Sprachbeeinträchtigungen (Lispeln) und ein Druckgefühl möglich

Herausnehmbare Zahnspangen sind vor allem für die Behandlung von Kieferfehlstellungen geeignet. Sie werden in der Regel bei Kindern angewendet, denn mit der Zahnspange lässt sich das Kieferwachstum beeinflussen.

Sie besteht aus einer Kunststoffplatte, Drähten und Schrauben, die dicht an der Innenseite der Zähne liegen und einen konstanten Druck ausüben. Dadurch wird die Position des Ober- und Unterkiefers korrigiert.

Vorteile:

  • Mundhygiene problemlos  möglich
  • Spange kann zum Essen oder zum Sport herausgenommen werden

 

Nachteile:

  • Nur für Kinder geeignet
  • Der Kunststoff bedeckt ein Grossteil des Gaumens und stört beim Sprechen

Feste Zahnspangen können grundsätzlich bei fast jeder Kiefer- und Zahnfehlstellung eingesetzt werden. Sie sind nicht nur für Kinder und Jugendliche geeignet, sondern auch für Erwachsene. Voraussetzung sind jedoch gesunde Zähne.

Bei einer festen Zahnspange sind sogenannte Brackets, kleine Metallhalterungen, fest mit den Zähnen verbunden und mit Drahtbögen und Gummis versehen, die Kraft auf die Zähne ausüben. Die Drahtbögen werden in regelmässigen Abständen kontrolliert und ggf. nachgespannt und ausgetauscht, um den Druck aufrechtzuerhalten.

Vorteile:

  • Können bei fast allen Fehlstellungen eingesetzt werden
  • Kaum Beeinträchtigung beim Sprechen und Kauen

 

Nachteile:

  • Schwierige und aufwendige Mundhygiene und Reinigung der Zahnspange
  • Optisch auffallend bei der Verwendung von Metall-Brackets
  • Schmerzende Zähne beim Nachziehen der Drähte